Der Herr der Dinge

Als ich ihn zum ersten Mal sah, sah ich nur einen Schatten am Rand meines Tunnelblicks. Voller Fokus mit semipermeablen Wänden. Durchlässig manchmal vor allem für die kleinen Momente. Umrandet von Gedanken an den bevorstehenden Tag, der für mich acht Stockwerke höher stattfindet. Grauer Teppich, höhenverstellbare Tische. Laptop an und acht Stunden lang wichtiges Tastengeklapper. Tapptapptapptapp.

Brotzeit

Goldketten, Sonnenbrillen, Uhren. Es blitzt, funkelt, blinkt. Wenn nicht an Hals, Nasenwurzel oder Handgelenk, dann in aufgerissenen Mündern, Schlünden, die so tief wie der Mariannengraben blicken lassen. Strahlend weiß eingezahnt blenden. Ob man will oder nicht. Ich will nicht. Aber das interessiert hier niemanden. Ich interessiere niemanden. Ich bin ein menschgewordener Blinddarm.

Zahnrad

Zurücklehnen zum Vorbeugen. Seltsam eigentlich. Und jetzt liege ich hier, hart wie ein Brett. Die Schultern verkrampft. Augen geschlossen, Mund offen. Zurückgelehnt, ja, aber nichts mit Entspannung. Überspannung. Ich bin ein Spannbettlaken. Da liegt man ja auch mit geschlossenen Augen und offenem Mund. Nur, dass da niemand den Speichel mit diesem röchelnden Speichelsauggerät, von dem ich früher immer dachte, es sei ein Schmerzabsorbator, absaugt. Das Ergebnis ist das gleiche: trockener Mund.

Und so sprach der Affenbrotbaum

Ich bin Gott. Ich erschaffe Leben. Mache die Gezeiten. Ich heile. Lasse wiederauferstehen. Ich bin Gott. Ich war nicht immer Gott. Oder doch, vermutlich war ich es. Nur musste ich mich selbst erst dazu berufen. Meine Allmacht wecken.  Mein Erweckungserlebnis geschah einfach. Von jetzt auf gleich.

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